Auslandstierschutz

Warum machen Sie Auslandstierschutz?

Eine Frage die mir immer und immer wieder gestellt wird!

 

Mit den folgenden Zeilen versuche ich Ihnen mein Engagement, bezüglich des Auslandstierschutz näher zu bringen.

 

Deutschland hat im Jahr 2002 als erstes europäisches Land den Tierschutz als Staatsziel in das Grundgesetz aufgenommen, siehe Artikel 20A.

Laut diesem Gesetz kann Tierquälerei mit Gefängnis oder Geldbuße bestraft werden. Leider fallen die Strafen immer noch zu milde aus.

 

Im Ausland verändern sich die Gesetze nur langsam; und so sterben in z.B. Spanien, geschätzte 50.000 Jagdhunde pro Jahr. Sie haben meist ein kurzes Leben, und werden wenn sie Ausgedient haben, auf die grausamsten Weisen getötet. Zumeist sind es die Galgos und Podencos, sie werden zu tausenden gezüchtet und werden wenn sie nicht mehr nützlich sind an Bäumen erhängt, lebend in Brunnenschächte geworfen, wenn sie ausgesetzt werden zertrümmern ihnen die Galgueros die Beine und Hüfte (so können sie nicht mehr Heim laufen). Sie binden ihnen die Mäuler zu oder stecken ihnen Pfähle ins Maul (so verhungern und verdursten sie).

 

Im Jahr 2001 zog mein erster spanischer Galgomischling ein, er machte mich auf das unendliche Leid der Jagdhunde, vor allem der Galgos und Podencos, in Spanien aufmerksam. Seit dieser Zeit engagiere ich mich aktiv im Auslandstierschutz.

So weit es in meinen Kräften liegt werde ich diesen Tieren in Not helfen. Es darf keine Rolle spielen, ob es sich um Hilfe im Inland oder Ausland handelt. Hilfe darf an keiner Landesgrenze enden, ganz im Gegenteil.

 

Frank Weber (Tierheimleiter Franziskus Tierheim/Hamburg) beschreibt in seinem Bericht aus der BMT -Zeitschrift- Dez.2011 ganz treffend den Unterschied zwischen deutschen und ausländischen Tierheimen. Ich kann den Bericht so bestätigen, das habe ich bei meinen fahrten nach Spanien auch genau so erlebt. 

 

"Ein Auslandshund nimmt einem deutschen Hund nichts weg, im Gegenteil."

 

"... an Stafford, Rottweiler, Dobermann, Schäferhund und Herdenschutzhunden herrscht meistens kein Mangel. An Interessenten, die mit solchen Hunden umgehen können, aber schon. Was nur noch selten im Tierheim abgegeben wird, sind gesunde, sozialverträgliche und freundliche Hunde. Und eben diese Hunde sind es, die der normale Hundehalter gerne in seine Familie holen würde. Wohin kann man denn eine sympathische Familie mit Kindern schicken, wenn man keinen im Tierschutz geeigneten Hund hat? Soll man ihnen sagen, sie sollen sich mal im Internet umschauen oder gleich beim nächsten Hundehändler - da ist es billiger? - Und gleichzeitig sitzen in Tierheimen und Tötungsstationen im uns umgebenden Europa Tausende von armen Seelen unter erbarmungswürdigen und lebensbedrohlichen Bedingungen. Darunter Hunderte unkomplizierte freundliche Hunde, die in ihren Herkunftsländern ein grausamer und schmerzhafter Tod erwartet. - Da wundert man sich immer wieder über die Argumentation, wegen dieser Hunde würden die deutschen Hunde im Tierschutz kein Zuhause finden. Das ist definitiv ein Trugschluss. In der Realität ist das Gegenteil der Fall. Wenn man nette, gut vermittelbare Tiere aus dem seriös praktizierten Auslandstierschutz hat, kommen mehr Interessenten in die Vermittlung. Wie die Erfahrung zeigt, erhöht das definitiv auch die Chancen der "schwierigen Hunde", unter diesen tierlieben Menschen ein neues Herrchen zu finden". Leider sind die Zustände in ausländischen Tierheimen und Auffangsstationen keineswegs mit denen in deutschen Tierheimen zu vergleichen.

 

Tiere im Ausland haben oft nichts oder nicht genügend zu fressen. Man findet immer wieder leere Wassernäpfe vor Ort, da man vergisst diese zu füllen. Oft liegen die Tiere auf dem kahlen kalten Betonboden ohne Körbchen oder Decken. Man findet sie häufig in eigenen Exkrementen liegen, weil die Zwinger nicht, oder sehr unregelmäßig gesäubert werden. Es gibt Regionen da leben Tiere ohne jeglichen Schutz vor Hitze und Kälte, angekettet auf kahlem Sandboden ohne Hütten oder ähnlichem Unterschlupf. Der Sonne, dem Regen und dem Schnee ausgeliefert. Es ist nicht selten das man in ausländischen Tierheimen und Auffangsstationen 300-600 Hunde unterbringt. Bedingt des hohen Stress Aufkommens, der Enge, steht es an der Tagesordnung das es zu tödlichen Beißereinen kommt. Kein Tier bekommt an einem solchen Ort, Liebe, Streicheleinheiten und sehr selten eine Chance, nochmals ein Zuhause bei tierlieben Menschen zu finden.

 

-Somit ein erbärmliches Dasein-

 

Noch entscheidend zu Deutschland ist, dass die Tiere in ausländischen Auffangsstationen in der Regel nach 21 Tagen eingeschläfert werden. In der Regel erfolgt dies durch das Nervengift T61, einer Injektion die man direkt in den Herzmuskel verabreicht. Aus tierschutzgerechtem Grund, sollte dieses Mittel deshalb nur einem bereits narkotisiertem Tier verabreicht werden. Leider wird darauf keine Rücksicht genommen und somit kann der Todeskampf oft bis zu 20 Minuten dauern. Tiere werden auch in Massen vergast, oder man bindet ihnen Stöcke ins Maul das keine Nahrung aufgenommen werden kann, es droht dann der erbärmliche Hungertod. Auch werden Tiere immer wieder bei lebendigen Leib mit Benzin übergossen und Verbrand.

 

Wenn man selbst schon Tötungsstationen-Auffangstationen im Ausland besucht hat, bekommt man diese Bilder, die sich tief in die Seele einprägen nicht mehr aus dem Kopf. Den Geruch von sterbenden Tieren, den Gestank der Verwesung und das Gefühl der so großen Hilflosigkeit wird man nie vergessen können. Wenn man auch ein paar dieser armen Seelen mit nach Deutschland nehmen wird, weiß man aber auch, das die Zurückbleibenden dem so schlimmen Schicksal ausgeliefert sind und es selten eine Chance auf Überleben geben wird. Aber auch ein Paar wenige Tierheime im Ausland kooperieren mit dem deutschen Tierschutz zum Wohle des Tieres. Man versucht so, durch Hilfsgüter aus Deutschland die tägliche Lebensqualität der Tiere im Süden zu verbessern und die Bedingungen dort vor Ort ein wenig erträglicher zu machen. In Hinsicht dessen versucht man Tiere von dort hier in Deutschland auf Pflegestellen unterzubringen, um dann den oder die richtigen Menschen für das Tier zu finden.

 

Und hier fragt man MICH... warum Auslandstierschutz?

 

Ich persönlich finde die Vorstellung einfach grausam "Den Hund, eigentlich den besten Freund des Menschen", als Rassist zu diskriminieren, nur weil er aus einem anderen Land kommt. Kein Mensch dieser Erde, sollte sich das Recht nehmen aus Egoismus sein -NEIN- dem Auslandstierschutz auszusprechen. Deshalb einer meiner größten Wünsche:

Lieber Mensch, bitte unterstütze uns Tierschützer bei unserer täglichen so mühevollen Arbeit.

Verschließt nicht die Augen, und lasst den Tierschutz nicht vor der eigenen Haustür enden.

Es ist egal ob Inlands- oder Auslandstierschutz, ein Tier welches in

Not geraten und Schmerzen und Qualen ausgesetzt ist,

braucht dringend unsere Hilfe. Wahrer Tierschutz endet nicht in Deutschland;

Wahrer Tierschutz kennt keine Rassen und Grenzen, die Tiere brauchen uns!

Zuhause gesucht

Wenn Sie Interesse an einem Tierschutzhund aus dem Ausland haben, sprechen Sie mich gerne an. Ich berate Sie zu allen Fragen und finde gemeinsam mit Ihnen das passende Familienmitglied.

Pflegestellen gesucht

Wir suchen immer Pflegestellen für unsere Schützlinge.

Gerne informiere ich Sie persönlich bei Interesse

an der Vergabe einer Pflegestelle.

The Star Thrower – Der Sternewerfer

In seinem Buch „The Star Thrower“ beschreibt Loren Corey Eiseley, ein literarischer Naturwissenschaftler (03.09.1907 – 09.07.1977), wie er eines Morgens am Strand spazieren ging und eine Beobachtung machte, die sein Leben verändert.

 

Der Sternewerfer

 

Die Flut hatte in der Nacht Tausende von Seesternen an den Strand gespült. Eiseley sah einen Jungen im Sand knien, der einen Seestern nach dem anderen aufsammelte, um ihn dann ins Meer zurück zu werfen.

 

Nachdem er dem Jungen einige Minuten zugeschaut hatte, fragte Eiseley ihn, was er da tue. Der Junge richtete sich auf und antwortete:

 

„Ich werfe Seesterne ins Meer zurück. Es ist Ebbe und die Sonne brennt herunter. Wenn ich das nicht tue, dann sterben sie.“

 

Eiseley schaute verwundert, um dem Jungen dann klar zu machen, daß seine Aktivität fruchtlos war, und antwortete:

 

„Aber junger Mann, ist Dir eigentlich klar, daß hier Kilometer um Kilometer Strand ist? Überall liegen Seesterne herum. Die kannst Du unmöglich alle retten, das hat doch keinen Sinn.“

 

Der Junge hörte höflich zu, bückte sich, nahm einen weiteren Seestern auf, warf ihn ins Meer zurück, lächelte und sagte:

 

„Aber für diesen hat es einen Sinn.“

 

War der Junge in der Lage, alle Seesterne an diesem Tag zu retten? Nein, sicherlich nicht, aber er fühlte sich dafür verantwortlich, was in seiner Reichweite lag. Es hatte nicht für viele Seesterne einen Unterschied gemacht, wohl aber einige wenige hatten die Chance, mindestens einen weiteren Tag zu überleben.